27.02.2024 – 10.03.2024
Die nächsten 5 Tage verbrachte ich mit 2 PPPler*innen und dessen 2 Freunden aus Deutschland. Den ersten Tag widmeten wir der Automietung sowie einem Großeinkauf. Bei 27 Grad und mit Palmen im Rückspiegel war das allerdings sehr gut auszuhalten. Die 2 Jungs, die noch dabei waren, fand ich sehr sympathisch und trotz dessen, dass unsere Gruppen-Konstellation eher ungewöhnlich war, waren es sehr schöne Tage. Wir besuchten traumhafte Stände und ich tankte so viel Vitamin D wie nur möglich. Wir spielten UNO, dessen Spielregeln die guten Herrschaften komischerweise nicht beherrschten – da freute ich mich doch direkt wieder auf die Spielregeln bei uns im Dorm. Naja, es ist nie zu spät, um dazuzulernen! Auch der Regenwald und dessen unglaublich schöne Natur standen auf dem Plan. Die Schuhwahl war bei diesem Trip vielleicht nicht ganz so geeignet, denn nach dem matschigen, erdigen Boden waren meine weißen Schuhe nicht mehr wiederzuerkennen. Wir schafften es in eine kleine Bucht zu klettern, in der es Wasserfälle gab. Da habe ich dann direkt meinen Bucketlist-Punkt umgesetzt und bin durch die Wasserfälle durchgetaucht. Dann wollten wir uns noch die Bioluminescent bays von Puerto Rico anschauen. An 3 Orten in Puerto Rico produziert das Wasser vermehrt Plankton, welches das Wasser in neon-blau erstrahlen lässt. Nach einer 3-stundigen Fahrt, einer Wanderung durchs Dunkle, einigen lebendigen Krebsen, die unseren Weg kreuzten, standen wir schließlich an der Bucht. Tja, kein neon-blaues Wasser. Bis wir auf die Idee kamen, eine gesonderte Bootstour zu unternehmen, war diese schon ausgebucht. Dann ging es, ein wenig enttäuscht und mit einem Abstecher bei Burger King, wieder zurück. Der Urlaub ging mit weiteren entspannten Strandbesuchen und einem Besuch der Altstadt von San Juan inklusiver großer Pizza zum Abschluss zu Ende.
Mein Rückflug ging morgens um 3.30 Uhr nach Florida, Orlando. Dort wäre ich am liebsten ausgestiegen und hätte mich mit einer Kokosnuss unter die Palmen gelegt. Stattdessen erlebte ich den turbulentesten Flug meines Lebens. Ein Glück habe ich keine Flugangst, sonst wäre ich wahrscheinlich schon der Erlösung entgegengeschwommen. Mir flog währenddessen noch mein Air-Pod aus dem Ohr und verschwand in irgendeiner dunklen Ecke. Der Pilot landete mit den Worten „leichte Turbulenzen“. Somit wartete ich, bis alle Passagiere ausgestiegen waren und das Flugzeug gereinigt wurde. Schließlich wollte ich meinen AirPod ungerne zurücklassen. Nach einer Ewigkeit hielt ich meinen Kopfhörer glücklicherweise in den Händen und lief zum nächsten Gate, wo bereits das Boarding losging. In Wisconsin nahm ich dann noch den Zug und kam endlich nach 20 Stunden Heimreise im Dorm an. Erschöpft viel ich ins Bett.
Am nächsten Morgen startete direkt das nächste Abenteuer. Mittags ging es zum Museum für Kinder hier in der Nähe, bei dem ich auf 2 Schulgruppen im After-School Programm aufpasste. Es waren nur 3 Stunden, aber es machte sehr viel Spaß.
Während einige meiner Freunde gemeinsam auf einem Ausflug im Wasserpark waren, machte ich mich am Wochenendee bei schönstem Sonnenschein mit dem Fahrrad auf dem Weg zu einem ganz besonderen Ort. Ein Ort zu dem ich hier schon immer mal wollte. Barnes and nobles – ein großer Buchladen! Wenn ich einen deutschen Lieblingsladen von mir nennen müsste, wäre es definitiv Thalia. Und Barnes and nobles ist quasi die amerikanische Version! Und das schönste? Im Laden gibt es einen Starbucks. Also setzte ich mich mit meinem neugekauften Buch und meinem liebsten Matcha frappuccino in das Café. Ein schöner Abschluss der Woche.
Und so hatte ich wieder einen Punkt auf meiner Bucketlist abgeschlossen. Am Anfang solch eines Auslandsjahrs sagt man noch oft:
„Ach das hat noch Zeit“
„Lass es uns nächste Woche machen“
„Irgendwann könnte ich mir vorstellen…“
Mittlerweile sind es noch (Stand 10.03.2024) 14 Wochen, bis ich Wisconsin verlassen werden. Das hört sich jetzt noch lange an, aber die Zeit wartet nicht. Langsam beginnen hier einige meiner Freunde schon die Tage aufzuzählen, die es noch braucht, bis es für sie zurück in die Heimat geht. Und ich kann es ihnen natürlich nicht übelnehmen. Vielleicht freuen sie sich schon auf zu Hause oder es ist ihre Art mit der Tatsache umzugehen, dass jedes Auslandsjahr auch irgendwann zu Ende geht. Aber für mich ist es, wie ich schon in dem ein oder anderen Blogeintrag berichtet habe, sehr belastend. So sehr ich versuche nicht zu sehr über die Zeit danach nachzudenken, macht mir mein Kopf einen Strich durch die Rechnung. Und es gab nun schon Tage da habe ich stundenlang im Internet nach Studiengängen geschaut, die mich vielleicht interessieren könnten, anstatt die Zeit, die ich hier noch habe, zu genießen. Vielleicht bin ich auch schon zu alt, um mit dem Studieren anzufangen? Dieses Thema zog mich schon wieder mental so runter, dass ich erstmal zu Hause angerufen habe. Normalerweise ist das nicht so meine Art, denn was sollen meine Eltern auf dem anderen Ende der Welt helfen können. Wenn überhaupt sorgt das doch nur für noch mehr Probleme, oder? Ja, vielleicht. Aber mich hat dieses Telefonat sehr ermutigt. Also, ruft eure Liebsten an. Es bedarf nur Mut zur Kommunikation. Das hat mir wieder mal gezeigt, dass wir mit unseren Gedanken nicht allein sind. Wir haben noch so viel Zeit. Und auch scheitern ist in Ordnung und Teil des Prozesses. Vielleicht ist es gar nicht wichtig seinen Weg zu kennen. Was ist, wenn wir uns immer wieder neu erfinden können und es diesen einen perfekten Lebenslauf gar nicht gibt? Ich bin gerade in einer Phase, in der ich merke, ich werde in Deutschland etwas Neues ausprobieren. Und das zu realisieren, macht Angst. Angst vor dem Unbekannten. Aber ist es nicht das, was das Leben aufregend macht?
Danke dass du bis hierher gelesen hast und falls es dir genauso geht:
WE GOT THIS!!
XOXO,
TJ